„Eine echte Attraktion für Verein und Stadt“

Quelle: VIVA ST. PAULI Nr. 172 vom 3. Februar 2013

Die Pläne für ein Vereinsmuseum in der neuen Gegengerade bewegen viele St. Paulianerinnen und St. Paulianer. Dr. Bernd-Georg Spies, Vizepräsident des FC St. Pauli, ist auch Vorstandsmitglied des Fördervereins „1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V.“ (mit Sönke Goldbeck, Roger Hasenbein, Christoph Nagel und Michael Pahl). Wir sprachen mit ihm über die Fortschritte der letzten Wochen.

Hallo Bernd, dass es Neues gibt beim Museums-Förderverein, sieht man schon auf den ersten Blick am Logo. Was hat sich sonst alles getan?
Das gelungene Logo und die ersten Informationsmaterialien im neuen Design sind natürlich sehr wertvoll – übrigens alles ehrenamtlich entwickelt von engagierten Mitgliedern im „1910 e.V.“! Ein elementarer Meilenstein auf dem Weg zum FC St. Pauli-Museum sind aber auch belastbare Zahlen, und hier sind wir ebenfalls einen großen Schritt weiter.

Heißt das, der Business-Plan steht?
Wir sind auf jeden Fall dicht dran. Ende letzter Woche hat die Arbeitsgruppe „Planung und Konzeption“ des Fördervereins ihren Business-Plan-Entwurf vorgelegt, ein umfangreiches und vielversprechendes Papier.

Kann sich ein Vereinsmuseum für den FC St. Pauli denn rechnen?
Das kann es nicht nur, das muss es sogar! Wichtig ist dabei, nicht allein die direkten Erlöse im Blick zu haben: Zum einen werden neben Eintrittsgeldern usw. durch die Belebung des Millerntors außerhalb der Spieltage ja auch beträchtliche Synergien mit anderen Vereinsangeboten generiert, zum anderen dürfen wir auch die immateriellen Werte nicht vergessen, die ein FC St. Pauli-Museum erwirtschaftet: Tradition wird gepflegt, Werte werden vermittelt und bewahrt, neue Fans lernen den Verein kennen und die Marke FC St. Pauli wird weiter gestärkt, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese Leistungen sind schwer in Euro und Cent zu beziffern. Doch ebenso klar ist, dass ein Museum kein „Groschengrab“ für den FC St. Pauli werden darf, da sind sich alle Beteiligten einig.

Was sagt denn die sportliche Leitung zu den Museumsplänen? Salopp gesagt: Vitrinen schießen keine Tore …
(Lacht:) Nein, das tun sie natürlich nicht! Aber abgesehen davon, dass uns ein lebendiges Museum vorschwebt, in dem Vitrinen nicht die Hauptrolle spielen: Unser Sportdirektor Rachid Azzouzi war bei der Vorstellung des Business-Plans dabei und ist sehr angetan von unserem Vorhaben. Weil er versteht, wie wichtig dieses Museum für den Verein sein wird, weil er sieht, was für eine außergewöhnliche Geschichte wir zu erzählen haben – aber auch, weil er weiß, dass ein FC St. Pauli-Museum seinen sportlichen Etat in keiner Weise belasten wird, weder durch den Aufbau noch durch den Betrieb.

Wie darf man sich das „lebendige Museum“ denn vorstellen? 600 Quadratmeter für den Oddset-Pokal?
Gut, die Pokal-Abteilung werden wir wohl eher übersichtlich gestalten (schmunzelt). Das muss für das FC St. Pauli-Museum aber kein Nachteil sein. Wie heißt es im neuen Museums-Flyer so schön: „Wir haben keine Meisterschale, sondern etwas viel Besseres.“

Was kann denn besser sein als eine Meisterschale?
Was unser Museum angeht: spannende Geschichten! Aufstiege, Abstiege, Fußballwunder und eine unverwechselbare Identität, die selbst Menschen fasziniert, die sich sonst nicht einmal für Fußball interessieren. Ein kleiner Hamburger Stadtteilclub wird zu einem der bekanntesten Fußballclubs Europas, ganz ohne große Titel – wenn das kein packender Stoff ist …!

Wie wird es weitergehen in Sachen FC St. Pauli-Museum?
Zunächst mal hoffen wir auf endgültig „Grünes Licht“ von der Stadt Hamburg in Sachen „externe Realisierung der Dom- und Stadionwache“. Die Gespräche der letzten Monate waren sehr konstruktiv, doch es sind einfach mehr Details zu klären und zu entscheiden, als man auf den ersten Blick sieht. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Gespräche zu einem guten Ende kommen werden. Das FC St. Pauli-Museum wird nicht nur für unseren Verein, sondern auch für die Stadt Hamburg eine echte Attraktion werden – davon bin ich überzeugt!

Vielen Dank für das Gespräch!

Beweisfoto vom FCSP-Neujahrsempfang 2013: Auch der Sportchef unterstützt 1910 - Museum für den FC St. Pauli e.V. Foto: Michael Pahl

Beweisfoto vom FCSP-Neujahrsempfang 2013: Auch der Sportchef unterstützt 1910 e.V.!
Foto: Michael Pahl

 

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