Die neue alte Stadionuhr am Millerntor. Foto: Olaf Bartsch

Die alte Stadionuhr ist wieder da! (Das „Making of“)

Pünktlich zum Saisonstart 2013/14 gibt es am Millerntor wieder eine echte Analog-Uhr – dank 1910eV-Mitglied Olaf Bartsch, der das alles organisierte. Hier sein exklusiver Bericht „hinter den Kulissen“.

„Eltern sind uncool“: Mir ist es gelungen, dieses ungeschriebene Gesetz pubertierender Kids zu durchbrechen. „Wow“ und „Bang“ waren die anerkennenden Worte, als ich die riesige analoge Stadionuhr durch die Haustür rollte. So eine grosse Uhr hat kein anderer Papi zuhause, nicht mal Pep Guardiola.

Als „Daddy cool“ konnte ich es mir sogar erlauben, mich mit der Uhr ins Bett zu legen, ohne „peinlich“ zu sein. Das sollte ein Erinnerungsfoto geben für meinen Freund Ulf. Auf der alten Gegengerade hatten wir beim Blick auf die beiden neuen Süd- und Haupt-Betontribünen doch tatsächlich ernsthaft diskutiert, wo die alte Stadionuhr denn nun hin sollte –  an „Support“ war in dem Moment nicht zu denken. (Das Wort „Supporten“ ist ohnehin total uncool. „Wer redet denn so?“ fragen Heranwachsende verständnislos.)

Ich habe von den lieben Kleinen gelernt und ein unglaublich cooles Wort in meinen Sprachgebrauch einfließen lassen: „unnötig“ (sprich: un-nö-teeech). Das kann man während des Spiels einfach mal so fallen lassen und sowohl auf Aktionen als auch auf Personen („Du bist so unnötig“) beziehen.

Die Stadionuhr ist offensichtlich nicht „unnötig“ sondern einfach nur „bang!“. Wenn sich im Digital-Zeitalter internetfähiger Anzeigentafeln sogar medial überversorgte Kids für eine schlichte analoge Stadionuhr begeistern können, war die Mühe nicht umsonst.

Für das tolle Engagement und die kostenlose Unterstützung geht ein grosses Dankeschön an den Hamburger Uhrenhersteller Peweta, die FSCP-Hauselektriker der Firma Bredow und an die Gerüstbauer der Firma Teupe & Söhne. Meinen Dank sende ich auch an die Geschäftsstelle und an 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. dafür, dass ihr mich habt machen lassen.

(Mehr Infos auch in der aktuellen VIVA ST. PAULI zum Heimspiel gegen 1860 München.
Download hier)

Olaf Bartsch

… ist ein aktives Mitglied der AG Archiv/Sammlung bei 1910 e.V. und hilft neben Stadionuhren auch ganze Stadien zu bauen (im Maßstab 1:100) – als agiler „Infobesorger“ für Holger und Veronika Tribian in Duisburg. Vielen ist er auch durch sein Tagebuch zur Rekonstruktion des Millerntors, die er auf www.millerntor.net auch fotografisch begleitet, und als Stadionguide bekannt.

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6 Gedanken zu „Die alte Stadionuhr ist wieder da! (Das „Making of“)

    1. Sigi

      Super Sache dass wir eine analoge Stadionuhr haben!
      Von der anderen Seite kann man aber die Ziffern nur schwer oder nur mit „Adleraugen“ erkennen. Deshalb wäre eine Beleuchtung der Uhr wünscheswert!

      Antworten
      1. Olaf

        Bei Tageslicht kann man die Uhr auf der GG ganz gut ablesen, sogar vom nördichen Ende der GG. Beim 2.Heimspiel mit Uhr, Anpfiff 13h30 kannste ja mal schauen, ob ich zuviel versprochen habe 🙂
        ( Laut Angaben diverser Uhrenhersteller soll bei der vorliegenden Ziffernblattgrösse eine gute Ablesbarkeit bis mind.100m möglich sein – je nach Sichtverhältnissen)

        Dein Kommentar bezieht sich wohl auf die abendliche Flutlichtpremiere der Stadionuhr. Bei Flutlicht treten Reflektionen an der Acrylverglasung auf. Je nach Standort des Betrachters wird die Ablesbarkeit erschwert. Eine Hinterleuchtung des Ziffernblattes könnte da Abhilfe schaffen – und ist auch bereits in der Stadionuhr eingebaut (Neonröhre). Dazu wurde standardmässig ein Dämmerungsschalter verbaut. Mit dem Elektriker wurde entschieden die Beleuchtung erstmal abzuschalten, weil die Uhr-Funzel sonst unnötigerweise jede Nacht über brennen würde.

        Idealerweise (ich habe noch Träume…) sollte die Beleuchtung der Uhr mit dem Flutlicht an- und wieder ausgeschaltet werden. Dazu müsste ein Kabel hinunter in die Süd verlegt werden oder man baut eine Funksteuerung ein, die man dann vielleicht dem Stadionsprecher in die Hand drücken könnte.
        Das wäre dann allerdings wieder ein neuer Angang mit Baugerüst, Elektriker etc…

        Ich sach‘ ma so „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“…

      2. Sigi

        Klar mein Kommentar bezog sich auf das Spiel gegen 1860.
        Ich stand ziemlich auf Höhe der Mittellinie und konnte die Uhrzeit nur erahnen aber nicht richtig erkennen. Dies war auch Meinung der Stehnachbarn. Besonders junge Leute hatten weniger Schwierigkeiten. Behinderung dann immer stärker während des Spiels durch die Reflexion von Lichtern (Flutlicht) im Glas. Da ging dann gar nichts mehr….
        Binn gespannt wie es am Sonntag aussieht!

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