Das etwas andere Vereinsmuseum

Auch der Rekordpokalendpiel-Vize MSV Duisburg hat wie der FC St.Pauli weder Titel noch Pokale, die sich in einem Vereinsmuseum präsentieren liessen. Doch seit Anfang Juli 2013 entwickelt sich ein ungewöhnlicher Ort zu einer Pilgerstätte für Meidericher und interessierte Duisburger. Mancher Besucher spricht sogar vom „inoffiziellen Vereinsmuseum“ …

Und das, obwohl es bislang nur ein Austellungsstück zu bestaunen gibt. Die Königsgalerie, eine moderne Shopping-Mall in der Duisburger Innenstadt, stellt zwischen Modeboutique und Café ein einmaliges Modell des neuen Wedau-Stadions aus: Ein in vielen tausend Stunden Handarbeit detailgetreu aus Holz gefertigtes Unikat im Maßstab 1:100.

Nach Auskunft des Ordnungsdienstes herrscht in der Einkaufsmeile rund um das Stadionmodell „immer gut Betrieb“. Davon hat wohl auch der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link Wind bekommen und sich mit seiner „Dauerkarte“ vor dem Stadionmodell ablichten lassen. Damit hat sich der Herr Bürgermeister auch über seine Amtszeit hinaus zumindest seinen Platz im Stadionmodell gesichert – als handbemalte Figur im Maßstab 1:100.

Mit ihm tummeln sich zahlreiche Duisburger Fans und stolze Stadionmodell-Dauerkarten-Besitzer im Stadion, so daß den beiden Machern auch nach fast dreijähriger Bauzeit am Stadionmodell nicht langweilig wird: Auf einer kleinen privaten „Museumsführung“ mit Veronika und Holger Tribian  erlebte ich, mit welcher unglaublichen Detailverliebtheit die beiden Dauerkartenanfragen bearbeiten und kleine Figürchen mittels Pinzette und Sekundenkleber an den richtigen Platz setzen – inklusive Fanschal und Bierchen, „Originalfan“ jeweils täuschend echt nachempfunden.

Der MSV-Opa, den die Tribians mit seinen drei kleinen Enkeln vor meinen Augen im Wedau-Stadionmodell verewigten, wird sicher schon bald in der Königsgalerie vorbeischauen, um den Kindern zu zeigen, wo sie hingehören. Auch Events rund um den MSV wie Buchvorstellungen, Lesungen und Präsentationen werden am Duisburger Stadionmodell sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Fans, Fernsehteams und Pressevertreter, die sich für das Stadionmodell interessieren, mussten bisher mit dem heimischen Sofa der Tribians vorlieb nehmen. Aber vor kurzem konnten Veronika und Holger ein Fernsehteam des WDR erstmals in den repräsentativen Austellungsräumlichkeiten empfangen, bevor es auf die obligatorische Reise ins „echte“ Stadion ging.

Schlussendlich saß aber auch das WDR-Team wieder gemütlich beim Käffchen auf dem Sofa der Familie Tribian. Denn die Neugier hatte gesiegt: Im Wohnzimmer entsteht der Tribians entsteht jetzt das Millerntor-Stadion. Doch dort muss es natürlich nicht bleiben …

Olaf Bartsch

… ist ein aktives Mitglied der AG Archiv/Sammlung bei 1910 e.V., hilft als agiler „Infobesorger“ für Holger und Veronika Tribian in Duisburg beim Bau des Miniatur-Millerntors und ist neuerdings auch „Uhrenpapa“ der neuen „alten“ Analog-Uhr am Millerntor. Vielen ist er auch als Stadionguide und durch sein Tagebuch zur Rekonstruktion des Millerntors bekannt, die er auf www.millerntor.net auch fotografisch begleitet. 

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