Fußball und Liebe: Hinter den Kulissen des Fahnenworkshops

Mit ein paar Tagen Abstand kommt so langsam die Erkenntnis dass es sich wirklich gelohnt hat  und über 160 Fahnen glückliche BesitzerInnen gefunden haben. Soweit ich weiß, hat sich niemand verletzt – und auch die unmittelbaren Folgen von Spraydosen mit unberechenbarem Eigenleben hielten sich in Grenzen. Jetzt bin ich aber schon ganz am Ende der Geschichte.

Ein Fahnen-Workshop im Rahmen des Gegengeraden-Fests von Fußball und Liebe – Drei magische Tage am Millerntor war angesagt und den galt es vorzubereiten. Für uns von 1910 e.V. auch gleich die erste Gelegenheit, auf www.kiezhelden.com mit einem konkreten Kleinprojekt Erfahrungen zu sammeln. Hat super geklappt und auch hier nochmal der Dank an alle, die dies ermöglicht haben!

Das Geld war damit vorhanden, aber es klemmte tatsächlich bei der Beschaffung. Schließlich galt es ja immer, einen vernünftigen Preis zu bekommen und auch die geforderte Menge zu erhalten. So habe ich meinen Postboten und meine Postfiliale verärgert – konnte ja nicht ahnen, dass die 100 jeweils 2 Meter langen Kabelrohre als Paket kommen. Mehrere 100m Stoff sind so kurzfristig auch nur schwer zu kriegen, in einem Stofflager in Winsen sind wir aber fündig geworden. Nach zwei Vorbereitungsnähabenden in den Fanräumen hatten wir 100 weiße Fahnen für die Kinder vorbereitet, dank der Unterstützung durch den Supportblock Gegengerade.

Am Samstag war es dann soweit: Wir haben aufgebaut. Ich hatte dafür unseren halben Hausrat mitgenommen. Inzwischen sind wir stolze Besitzer eines Braun-weiß-woten Wäscheständers, und unser Bügeleisen und Bügelbrett sind auch entsprechend eingefärbt.

Foto: Antje Frohmüller, www.afroh.de

Foto: Antje Frohmüller, www.afroh.de

Ab 13:00 öffneten wir unsere Tore im Museumskäfig und es ging auch direkt los. Die Tische waren noch nicht abgeklebt, da standen schon unsere ersten Kunden an. Der Zuspruch fand nie ein Ende, die vorbereiteten 100 Fahnen waren nach drei Stunden weg und wir sind zur On-Demand-Fahnenproduktion übergegangen. Auch die „Großen“ sind nicht zu kurz gekommen, und es sind eine ganze Reihe individuell genähter Fahnen entstanden.

Wir waren mit 10 UnterstützerInnen angetreten und  hatten zeitweise mehr als 20 FahnenwerkerInnen im Alter von 5 bis 75 gleichzeitig in unserem „Käfig“ im Erdgeschoss der Gegengerade (rechts neben den Fanräumen), der einmal unser Museumsfoyer werden soll. Es war zum Teil ziemlich hektisch und für einige von uns hat der Spruch: „Denk doch an die Kinder“ eine ganz neue Bedeutung bekommen ;-).

Hoffentlich tauchen viele der Fahnen später im Stadion auf. Zumindest haben das fast alle versprochen. Das Bild der Fahnen vor und in der Gegengerade war schon am Samstag beeindruckend und ich werde es nicht mehr vergessen, dafür hat es sich gelohnt.

Zum Schluss noch die Auflösung zu den Spraydosen: Eine hat sich beim Einsatz im Käfig schlagartig entleert – ist aber nichts passiert. Die letzte fast volle weiße Dose sprühte dann bei uns im Auto los. Ist aber fast alles im Karton gelandet. Nur die verbliebenen Stoffmalfarben sehen jetzt alle irgendwie gleich aus …

Gerd Bitzer
… bezeichnet sich selbst als „Vereinsmitglied ohne Amt und Würden, ner Menge Leidenschaft und oft hinter seiner Kamera versteckt“. Gerd ist sehr aktiv in verschiedenen Projekten unserer AGs PR/Fundraising und Archiv/Sammlung und immer wieder am 1910eV-Infostand vor der „Süd“.

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