Am Dienstag, 28. Oktober, erlebte die alte Nordkurve des Millerntor-Stadions ihr letztes Heimspiel. Ein Teil von ihr wird im zukünftigen FC St. Pauli-Museum weiterleben – dank unserem Mitglied Olaf Bartsch und seiner Helfer Jan Herdemann und Philipp von Nord Support. Hier Olafs augenzwinkernder Bericht mit vielen Bildern.
Großes Finale mit grandiosem Ergebnis: Am Ende der letzten Öffnungswoche stand der Besucherzähler der Millerntor-Ausstellung bei rund 4.000. Zum Abschluss gab es Aktionen für alle Sinne: eine braun-weiße Filmnacht für Augen und Ohren, und als Festschmaus zur Finissage am Sonnabend (30.8.) den „Braun-weißen Stadion-Snack der Zukunft“, kreiert von Rock’n’Roll-Koch Ole Plogstedt.
Bei der braun-weißen Filmnacht am Donnerstag (28.8.) stellte das Ausstellungsfoyer seine Qualitäten als Kino unter Beweis. Regisseur Jo Bornemann, der auch beeindruckende Zeitraffer-Sequenzen von der Stadionrekonstruktion zur Millerntor-Ausstellung beigesteuert hatte, war persönlich vor Ort und hatte seine braun-weißen Meisterwerke „Sankt Pauli! Rausgehen – Warmmachen – Weghauen“ (2008) und „Vom Kiez zum Kap“ (2011) dabei.
Zahlreiche Familien nutzten die Gelegenheit, um die Ausstellung und die besonderen „Extras“ an diesem Tag mit ihren Kids zu erleben. Schon draußen vor dem Ausstellungsfoyer ging es los: Dort lud die Torwand der Fußballschule FC St. Pauli Rabauken dazu ein, die eigene Treffsicherheit unter Beweis zu stellen.
Die Torwand der FC St. Pauli Rabauken. Foto: Natalie Bugs
Wenige Meter weiter herrschte Stimmengewirr, Scherengeklapper und emsiges Kritzeln und Malen.
„Ob sich überhaupt noch jemand für uns interessiert?“ Diese Frage der braun-weißen Regionalliga-Meister von 1964 hatte sich am Sonnabend (26.7.) in kürzester Zeit geklärt – die Schlange der Autogrammjäger maß 50 Meter und mehr.
Foto. Michael Pahl
Als besondere Aktion zur Saisoneröffnung hatte 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. Spieler eingeladen, die braun-weiße Geschichte geschrieben hatten. Zwar durfte der FC St. Pauli im ersten Bundesliga-Jahr 1963/64 „ganz oben“ nicht mitspielen – aufgrund von Kriterien, die bis heute nicht ganz klar sind – aber Meister der damaligen zweiten Liga, das konnte er schon werden, und das wurde er auch.
Und wieder gab es Schlangen: Nach dem Pre-Opening für Mitglieder von 1910 e.V. am Donnerstag durfte am Freitag (25.7.) erstmals die Öffentlichkeit in die große Ausstellungsfläche rechts von den Fanräumen. Die Eröffnungsparty der Millerntor-Ausstellung wurde ein voller Erfolg – und belebte fast die gesamte „Ebene 0“ der Gegengerade.
Museums-Pate Jan-Philipp Kalla in der Millerntor-Ausstellung. Foto: Michael Pahl
Unter den vielen Besuchern der Ausstellung war u.a. auch Museums-Pate Jan-Philipp Kalla, der sich von der Themenvielfalt der Ausstellung, die perfekte Organisation durch die Aktiven von 1910 e.V. und die kreative Gestaltung durch bontempo – temporäre architektur sehr beeindruckt zeigte.
Schlangen wie diese gibt es sonst nur vorm FC St. Pauli-Kartencenter in der „Süd“: Rund 350 Mitglieder des Fördervereins 1910 e.V. und weitere geladene Gäste ließen sich am gestrigen Donnerstag die Gelegenheit nicht nehmen, schon vor der offiziellen Eröffnungsparty (heute, Fr., 25.7., ab 18 Uhr, Gegengerade) die große Millerntor-Ausstellung zu erleben. Die Resonanz: einhellige Begeisterung!
Das Team der Hamburger Raumkünstler und Markenspezialisten bontempo – temporäre architektur hatte in den letzten Tagen und Wochen ganze Arbeit geleistet: Wo noch vor kurzem nichts als ein leerer Rohbau war, präsentiert sich jetzt eine abwechslungsreiche und bis ins Detail liebevoll und professionell gestaltete und umgesetzte Ausstellung über den magischen Ort des „Magischen FC“.
Es ist DAS Ereignis am Vorabend der Saisoneröffnung gegen Celtic: Am Freitag, 25. Juli, ab 18 Uhr öffnet die große Millerntor-Ausstellung in der Gegengerade erstmals ihre Tore für die Öffentlichkeit. Veranstalter 1910 e.V., eines von fünf Dauerprojekten bei KIEZHELDEN, feiert mit einer großen Eröffnungsparty. Special Guests: Paul + Chris von THE WAKES!
[Facebook-Event zur Party: >> hier]
Über 50 Ehrenamtliche von 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. und Profis von bontempo – temporäre architektur arbeiten seit Monaten an der außergewöhnlichen Ausstellung. Auf mehr als 600 Quadratmetern erzählt sie mit Bildern, Filmen, dreidimensionalen Objekten und vielen außergewöhnlichen Ideen, wie der magische Ort des „Magischen FC“ wurde, was er ist – und was seine Gegenwart und Zukunft ausmacht.
Über 50 Ehrenamtliche und Profis arbeiten auf allen Ebenen an der großen Millerntor-Ausstellung in der Gegengerade. Am 25. Juni um 18 Uhr öffnet sie ihre Türen mit einer öffentlichen Vernissage und läuft bis Ende August. Ein Blick hinter die Kulissen der Vorbereitungen.
Die zeitweilig auch als „Goliathwache“ bezeichnete Fläche rechts von den Fanräumen verwandelt sich immer schneller: Wo vor kurzem noch weite, glatte Betonböden zu Bürostuhlrennen einzuladen schienen, markieren nun Stahltraversen und Stellwände die Raumaufteilung der aufwändigen temporären Ausstellung (26. Juli bis 30. August, täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr).
Es ist der magische Ort des „Magischen FC“, das oft wild schlagende Herz eines unruhigen Vereins; es ist Sportstätte und Kraftzentrum, Arbeitsplatz und Lebensraum; es ist die Geburtsstätte einer neuen Fankultur und zeigt Wirkung in Pop und Politik: Vom 26. Juli bis zum 30. August wurde dem Millerntor-Stadion seine erste große Ausstellung gewidmet. Auf der Ausstellungs-Website könnt ihr sie als „virtuelles Museum“ anschauen: www.millerntor-ausstellung.de!
„Grünes Licht“ für den Bau der Nordkurve: Das ist auch ein großer Schritt in Richtung externe Dom- und Stadionwache und damit für das zukünftige FC St. Pauli Museum in der Gegengerade des Millerntor-Stadions. Doch die Sektkorken knallen natürlich erst dann, wenn alles komplett geklärt ist. Grund zum Feiern gibt es trotzdem schon jetzt.